Wettbewerb Freibad Eggenberg

Sport- und Wellnessbad Eggenberg

Leitgedanke für den Entwurf ist die Akzentuierung der unterschiedlichen Atmosphären die zum einen durch den Charakter des Ortes mit seinem Bezug zur Landschaft und dem Blick auf den Plabutsch vorhanden sind und andererseits durch die Aktivitäten im Frei-, Wellness und Sportbad entstehen.

 

Städtebau

Das Gebäude stellt sich über seinen Maßstab, die Kubatur der Schwimmhalle und die Ausdehnung des pavillonartigen Flachbaues in den Kontext der bestehenden Großbauten (Pädagogische Akademie, Schloss Eggenberg, ASKÖ-Stadion) in Graz-Eggenberg und nimmt so seine Rolle als öffentlicher Bau war.

Die prismatische Großform der Schwimmsporthalle setzt ein markantes Zeichen im heterogenen baulichen Umfeld und markiert einen neuen Abschnitt im Verlauf der Georgigasse, während der Flachbau auf die unterschiedlichen räumlichen Situationen und Funktionen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft reagiert und die Einbindung in das Quartier sucht.

Durch einen Rücksprung an der Ecke Janzgasse, Georgigasse bildet sich ein großzügiger Vorplatz für die Ankommenden per Fahrrad und Straßenbahn. Zu großen Sportveranstaltungen steht auf diesem Vorplatz in unmittelbarer Nähe zur Halle der Übertragungswagen und gibt Zeugnis vom Ereignis in der Halle.

Ein risalitartiger Vorsprung bezieht sich auf die Krausgasse und schafft eine gedeckte Eingangssituation, die gleichermaßen Besucher aus Richtung Georgigasse wie auch aus Richtung des bestehenden Parkplatzes und der Eggenberger Allee aufnimmt und in die Eingangshalle begleitet.

Auf der „Innenseite“ des Baukörpers entsteht ein Hof mit altem Baumbestand, zu dem sich die Eingangshalle öffnet und der das Freibadgelände an der tiefsten Stelle des Grundstücks erschließt. Er öffnet sich zum Freibad und bietet eine großzügige Perspektive mit dem Höhenzug des Plabutsch im Hintergrund.

In Verbindung mit dem bestehenden Parkplatz ist eine Wirtschaftzufahrt mit Wirtschaftshof vorgesehen.

 

Baukörper

Der gegliederte Baukörper tritt in respektvollen Dialog mit seiner Umgebung. Eingang, Vorplatz und Hof verknüpfen das Gebäude mit Stadt und Landschaft.

Der Baukörper zeichnet sich durch drei wesentliche Elemente aus:

Die Schwimmhalle markiert die Anlage im Stadtraum. Die Oberfläche ihres großen Volumens ist als „einfache“ matte Doppelfassade ausgebildet. Sie dient als gebauter Energiekollektor und deckt den Wärmebedarf für Wasser und Luft. Darüber hinaus ermöglicht sie die natürliche Luftzirkulation in der Halle.

Ein pavillonartiger, zweigeschossiger Bauteil umspielt die Schwimmhalle und reagiert auf die inneren und äußeren Anforderungen und bettet so das Bad in die Umgebung ein. Auf der Gartenseite zum Freigelände hin, präsentiert sich der Pavillon zweigeschossig, lang hingestreckt und horizontal gegliedert. Zur Stadt hin wir der Pavillon von einer Wand, dem dritten Element, abgeschirmt.

Diese an der Ost- und Nordseite des Bauwerkes verlaufende Wand fasst das Bad Eggenberg zur Stadt hin ein und bildet einen Anknüpfungspunkt für die Entwicklung auf dem ASKÖ-Gelände. Über der Wand „schwebt“ das Dach des Pavillons.

Alle Wasserflächen werden über die Decken zusätzlich natürlich belichtet.

 

Typologie/Funktion

Die Eingangshalle ist das gemeinsame Foyer für das Wellnessbad, das Sportbad und im Sommer auch für das Freibad.

Die Sportschwimmhalle steht, an der Westseite zum Freibad hin vorgerückt, als einfaches Volumen in der sonst zweigeschossigen Struktur. Es beinhaltet das Wettkampfbecken, die Sprunganlage und die Liegefläche/Tribüne. Diese Zusammenfassung von Schwimm- und Sprungbecken schafft für alle Sportarten, eine optimale flexible Trainings- und Wettkampfstätte bei geringerem Wasservolumen.

Das Lehrschwimmbecken mit Aufenthaltsfläche und Dispositionsraum lagern sich südlich, der Gymnastikraum und der Abstellraum nördlich an die Schwimmhalle an.

Nach Westen ist die Halle auf der ganzen Länge über eine niedrige Raumzone unmittelbar mit dem Freiraum und dem bestehenden Freibecken verbunden.

Das Sportbad ist für Badegäste und Sportler ebenerdig erreichbar. Während die Badegäste unmittelbar an das Foyer angrenzend ihren Umkleidebereich finden, werden die Sportler in die Sportbadhalle zu den Mannschaftskabinen unter der Tribüne geleitet.

Besucher von Sportveranstaltungen gelangen über eine große Treppe in das Obergeschoß und finden dort über ein zweites Foyer, den Gastrobereich mit seiner gedeckten Südwestterrasse, die Zuschauergarderoben und Seminarräume.

Der Wellnessbereich, südlich des Eingangs ist zweigeschossig organisiert. Umkleiden, Relaxingpool und Ruhebereiche befinden sich im Erdgeschoß, welches sich ebenerdig zum Grünbereich öffnet. Die Behandlungsräume, Sauna und ergänzenden Ruhebereiche sind im Obergeschoß um den zweigeschossigen Luftraum über dem Relaxingpool angeordnet. Im Wellnessbereich wie auch im Sportbereich wird der Barfußbereich vom Schuhbereich über die Umkleiden klar getrennt.

 

Die internen Funktionen wie Verwaltung, Küche und Lager liegen kompakt im Obergeschoß zur Janzgasse hin. Sie können über die Wirtschafthof versorgt werden.

Die Technikräume befinden sich überwiegend im Kellergeschoß im Bereich des ehemaligen Sprungturmbeckens das auf diese Weise eine neue Verwendung findet kann.

 

Außenanlagen

Das bestehende Sportschwimmbecken im Freibereich wird Teil der neuen Außenanlagen. Der wertvolle Baumbestand wird weitgehend erhalten und mit Baumreihen, die den Freibereich gliedern ergänzt.

Direkt am Eingang zum Freibad befinden sich an der Außenwand zum Wellnessbereich Kästchen.

Der Gastrostand, Duschen und Umkleidekabinen bilden eine zentrale Versorgungseinheit für das Freibad und sind an einer Wand angedockt, die den Freibereich des Wellnessbades von jenem des Sportbades trennt.