Wettbewerb Expo 2010

Abstract
Der Österreich-Pavillon für die EXPO 2010 in Shanghai wird als schwebende Ikone, die sich als „Atmosphärische Wolke“ sanft in eine Kultur-Landschaft einbettet konzipiert.

Rundgang Österreich Pavillon FLOATING ATMOSPHERES
Betreten kann man das österreichische Ausstellungsgelände an mehreren Stellen, die sich durch die topographische Gestaltung einer Landschaftsebene in Form von Einschnitten oder Hohlwegen zwischen den Hügeln abzeichnen. Bevor man sich in den schwebenden Ausstellungsbereich begibt, kann man es sich in diesem Kultur-Landschafts-Park auf einer der zahlreichen Holzliegen gemütlich machen. Diese Liegen sind in einer farbenreichen Blumenwiese aus einheimischer Flora zwischen Apfelbäumen – die in einem Topf-Raster gepflanzt sind – eingelassen. Einige Bäume sind mit Richtlautsprechern versehen, aus denen zeitgenössische österreichische Musik (z. B. Olga Neuwirth, AMAN) klingt. Durch die Verschmelzung von Natur/Farbe und Musik/Klang wird eine angenehme Umgebung evoziert, die subtil eine „dekontextualisierte Österreichischer Atmosphäre“ vermittelt, eine Atmosphäre die zum Verweilen und Relaxen auffordert und zugleich Wartebereich ist. Landschaft & Natur ist für Österreich ein wesentliches Identitätsstiftendes Element, eine Ebene, die nicht nur als Kulisse bei diversen Tourismuseinschaltungen dient, sondern eine übergeordnete Verbindung darstellt. Der Park verbindet Mensch und Natur und ist Kommunikationsebene für die Besucher, die im Schatten ausrasten um dem subtropischen Klima ein wenig zu entkommen. Die Landschaft genießen kann man bei einem Picknick; man bekommt einen Picknickkorb, der gefüllt ist mit typischen regionalen Produkten aus Österreich. Ideal für kleinere Gruppen, die es sich auf der mitgelieferten Decke für eine geschmackvolle Pause
gemütlich machen wollen.
In regelmäßigen Abschnitten werden von österreichischen Künstlern, Köchen, Schriftstellern oder Musikern „Live-Events“ dargeboten, die entweder im Park oder im Eventbereich des schwebenden Ausstellungspavillons inmitten der Besucher stattfinden und das Programm des Österreich-Pavillons ständig erweitern. Die Landschaft wird zu einer interaktiven Eventbühne. Ausgeruht begibt man sich in den schwebenden Österreich-Pavillon C07, der die Atmosphäre österreichischer urbaner Räume wiedergibt, indem er alle Sinne polymedial aktiviert und anspricht. Die Wegeführung durch das Gebäude ist wie eine Einbahnstrasse entlang eines Bumerang-artigen Korridors, der „Sensorama-Kapseln“ gefüllt mit Sinneseindrücken zu unterschiedlichen Situationen im öffentlichen Raum, österreichischer Städte mäanderartig verbindet; Situationen im urbanen Raum, in denen wir uns gerne treiben lassen, die voller Leben, Lachen, Duft, Jung und Alt und unterschiedlichen Alltagen ein harmonisches Ganzes bilden. Nicht die typischen Österreichischen Klischees (Trapp Familie oder sonstige berühmte Persönlichkeiten) rücken in den Vordergrund, sonder ein Blick auf ein alltägliches Österreich, das wunderbare Atmosphären versprüht, Geräuschkulissen, Gerüche oder Augenblicke, die den
Sound of Harmony leben.

In einer diesen Kapseln kann man zum Beispiel in den Naschmarkt von Wien eintauchen. Projektionen zeigen Marktszenen, über Lautsprecher hört man den Sound vom Naschmarkt, die unzähligen Stimmen beim Kaufen, Handeln oder einfach nur Tratschen. Verschiedene Gerüche von den einzelnen Ständen werden über „Duft-Düsen“ eingesprüht und versetzen die Besucher für einen kleinen Moment nach Wien; Immersion pur. Eine weitere Kapsel zeigt den Karmeliterplatz in Graz. Man kann das Plantschen von Kindern hören, die sich am Wasserbecken vergnügen, vom Schloßbergstollen kommt hin und wieder eine kühle Brise Luft, die man hier fühlen kann…
Zwischen den Sensorama-Kapseln schwebt eine „unscharfer Wolke“ an sich ständig verändernder visueller/akustischer Information, die auf das Expo Thema „Better City, Better Live“ 2010 Bezug nimmt. Österreichische Persönlichkeiten aus dem aktuellen kulturellen Österreichischen Umfeld werden vorab gezielt über dieses Thema befragt bzw. in das Thema involviert, um ihre persönliche Sicht als Statement für die EXPO 2010 abzugeben. Diese Statements (visueller, akustischer oder auch haptischer Natur) werden in einem dynamischen kontinuierlichen Fluss als vielfältige Inputs präsentiert.
An den Rändern des Ausstellungsraumes gibt es immer wieder Sitzgelegenheiten zum Verweilen, man kann an bestimmten Punkten in den Landschaftsgartenschauen und versuchen, die beiden atmosphärischen Ebenen zu verbinden.
Der VIP-Bereich befindet sich auf einer Galerie im Ausstellungsraum, die über eine Rampe erreichbar ist. Von hier aus hat man sowohl den Blick in den Park, als auch in den Eventbereich. Am Ende des Ausstellungsrundgangs kann man im Restaurant österreichische Köstlichkeiten zu sich nehmen, die man anschließend im Shop als Mitbringsel erwerben kann.
Das Thema des Pavillons ist eine positive Weiterentwicklung der Wahrnehmung Österreichs. Die Ikone, der rote Bumerang, als symbolhaltiges Zeichen, das Neugier beim vorbeigehen weckt, zeigt die Dualität zwischen oben und unten: landschaftliche Schönheit Österreichs und kulturelle städtische Vielfalt Österreichs oben.

 

Technische Umsetzung
Die Konstruktion des schwebenden Pavillons wird mit Stahlträger-Rippen (räumliches
Fachwerk), das auf Stahlstützen ruht, bewerkstelligt. Die Konstruktion wird
mit perforierten Membranen in den Farben Rot und Weiß umspannt, die durch
ihre Überlagerungen partiell ein wechselndes Moire-Muster implizieren; es wäre
denkbar, in den Zwischenräumen Dioden zu integrieren, um die EXPO-IKONE in
der Nacht leuchten zu lassen.