Andreas Hofer Platz 2.Preis

Neugestaltung Andreas Hofer Platz Graz, Wettbewerb 12.2012 bis 02.2013, 2.Preis

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Der Bauplatz und die Qualität der Lage

Der Andreas-Hofer-Platz stellt derzeitig städtebaulich eine stark ambivalente Situation dar. Einerseits impliziert die direkte Nähe zur Altstadt und zum angrenzende Erholungsraum Mur ein großes Potential, andererseits herrscht eine extreme Inselsituation vor, die einerseits vom ruhenden Verkehr besetzt und andererseits vom fließenden Verkehr allseitig von der übrigen Kernstadt abgeschirmt wird. Der Andreas-Hofer-Platz war seit dem 17. Jahrhundert nur für kurze Zeit unbebaut und spannt als neu gedachte Stadterweiterung mit dem neu adaptierten Joanneum-Areal, dem Kunsthaus und der Grazer Altsstadt ein vielfältiges kulturelles Umfeld auf welches wiederum zur Stärkung des historischen Stadtzentrums führt.

Andreas Hofer Platz > Andreas Hof

Der Entwurf sieht vor den historisch nicht eindeutig nachvollziehbaren aber stark determinierenden Namen des Platzes „Andreas-Hofer-Platz“ positiv um zu deuten, zugleich aber die Semantik des Wortes Platz als öffentlichen Begegnungs- und Kommunikationsort an dieser Stelle zu erhalten und zu aktivieren. Im Gegensatz zu nahe liegenden „skulpturalen Ansätzen“, die eine Platzmitte besetzen und sich als ein Gegenüber zum Grazer Kunsthaus positionieren könnten oder im Gegensatz zu einem „extrudierten massiven Block“, der eine in sich geschlossene Typologie der Shoppingmall darstellt, erscheint die Typologie einer transformierten Grazer Blockrandbebauung mit einer offenen Mitte am besten dazu geeignet eine urbane Mischung der Funktionsstrukturen und einen städteräumlichen Identitätswechsel zu bewerkstelligen. Der Andreas-Hofer-Platz wird zum Andreas Hof. Der neue Platz wird als frei zugänglicher Hof gefasst und vom umlaufenden Verkehr abgeschirmt um die Entfaltung neuer stadträumlicher Qualitäten zu gewährleisten. Das Funktionsprogramm wird unter und um den Hof herum auf mehrere Baukörper so aufgeteilt, dass eine differenziertere Hybridisierung (keine durchgehende gleiche Stapelung der Programme) gemeinsam mit einer wirtschaftlichen Umsetzung in Etappen leicht möglich ist.
Der neue Andreas Hof wird über zwei Ein- bzw. Durchschnitte, die den Blockrand in drei selbständige Teile zerlegen, zugänglich gemacht. Der erste Durchschnitt passiert als Fortführung der in der Stadt stark präsenten Achse Fassade Herrengasse, Rathausportal, Albrechtgasse und ermöglicht den direkten Zugang vom historischen Altstadtkern, stellt aber den freien Blick zum Murraum nach wie vor sicher. Der zweite Einschnitt ermöglicht einen weiteren wichtigen Zugang über den neuen Vorbereich, der sich zwischen dem südlichen Blockrand und dem bestehenden Stadtwerkehaus aufspannt.

An neuralgisch wichtigen Punkten wird der Sockel der Blockrandbebauung schräg verlaufend nach oben und in Richtung Hof hin geöffnet und ermöglicht durch seine Verglasung von außen Sichtbeziehungen zum inneren Hof, welche wiederum die innerstädtische Urbanität reflektiert. Diese dreidimensionalen Verschiebungen der unteren Blockrandkante artikulieren die Zugänge und erzeugen eine Art oszillierenden gläsernen Sockel, der einen Dialog mit dem Gegenüber aufbaut.