WB Triesterstrasse 2.Preis

Triesterstrasse-Wagramer Weg, Wettbewerb 05.2013 bis 06.2013, 2.Preis

Verkehrsplaner: Dr. Gerald Röschl, Zis+P, 8010 Graz
Landschaftsplaner: DI Dominik Scheuch, YEWO Landsacpes, 1200 Wien
Brandschutz: Mag. Harald Krauß, Rabl ZT, 8010 Graz

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Städtebauliche Überlegungen

Die Lage des Planungsgebietes besticht durch seine suburbane Heterogenität
und durch die Vielfalt der vorgefundenen Gebäudetypologien (Großformen, Kleinsiedlungen, Einfamilienhäuser, etc.). Das Potential ist einerseits durch die infrastrukturelle gute Anbindung und andererseits durch den angrenzenden bestehenden Grüngürtel (Biotop) gegeben. Die vorherrschende Lärmbelastung entlang der Triesterstrasse, das gewünschte Programm, die gewünschte Dichte und die zukünftigen nicht sehr optimalen Anbindungs- bzw. Aufschließungsmöglichkeiten des Grundstückes stellen eine Herausforderung dar.

Als Reaktion auf diese komplexen Randbedingungen schlägt der Entwurf eine funktionale Entflechtung der unterschiedlichen Verkehrsströme und eine räumliche Schichtung der Bebauung vor. Um eine Außenraumqualität sicher zu stellen, soll das gesamte Areal prinzipiell frei von Autos gehalten und eine sanfte Mobilität unterstützt werden. Die gewünschte Erschließungsstrasse für das gesamte Areal wird ebenerdig zu einem Parkdeck mit großzügigen Lichtöffnungen und einer Grünraumachse aufgefächert. Besucher der Bewohner oder Kunden der Shop- bzw. Dienstleistungszone entlang der Triesterstrasse können hier parken. Die Fixparker (Bewohner, Arbeitnehmer) parken im Untergeschoß in einer gesonderten Tiefgarage.
Die Erschließung der Shopzone erfolgt fußläufig einerseits über die Fußgängerzone entlang der Triesterstrasse und andererseits über das Parkdeck. Anlieferung der Shop- und Servicebereiche (Müll, etc.) passiert zeitgeregelt über die vorgeschlagene Fußgängerzone entlang der Triesterstrasse.

Die gesamte Wohnbebauung fußt auf einem grünen Wohnplateau, welches sich wiederum oberhalb des Parkdecks aufspannt. Die bestehenden Radrouten werden über die Triesterstrasse und direkt über das Wohnplateau mittels Fahrradrampen neu vernetzt. Fahrradabstellplätze und Fahrrad-Serviceeinrichtungen (Fahrradtaxi, Fahrradpool, E-Fahrradladestationen) sind analog einer „Bike-City“ entlang der Radroute platziert.
Die gewählte Typologie der Wohnbebauung stellt eine transformierte Hoftypologie mit einem durchlässigen ersten Geschoß (in Bezug auf den Block) dar. Jeder Hof definiert ein eigenes identitätsstiftendes Quartier. Diese Typologie erzeugt eine klare Trennung von öffentlichen, halböffentlichen (Hof) und privaten (Balkon und Laubengang) Bereichen. Diese Blöcke funktionieren eigenständig und sind durch das Wohnplateau miteinander vernetzt. Sie definieren im Groben die einzelnen Bauabschnitte.
Das Ensemble der Blöcke gruppiert sich um einen urbanen Quartiersweg. Die Höfe und das Wohnplateau sind bepflanzt, stehen somit im Kontext zum bestehenden Grünraum und erweitern diesen gleichzeitig bzw. bilden Aufenthaltsqualitäten. Die Lage und Höhe der Baukörper gewährleisten eine ausreichende Besonnung. Gemeinsam mit dem Office-Tower am nördlichen Teil des Grundstückes bilden diese straßenseitig eine Sequenz aus Passagen, städtischern Zwischenräumen und urbanen Qualitäten. Synchron entstehen durch die großzügigen Abgänge vom Wohnplateau in den bestehenden Grünraum starke Naturbezüge. Stadt und Natur.